Für alle statt für wenige.


Hass ist keine Meinung

Von SPe, 24.Januar.2020

Darum JA zum Schutz vor Hass am 9. Februar 2020
STANDPUNKT von Nadja Stadelmann Limacher


Unsere Sprache bildet nicht nur Realitäten ab, sondern erschafft oder zerstört diese. Sie definiert, was Gut und Schlecht ist. Sprache kann als Waffe benutzt werden. Und Hass beginnt mit der Sprache.

Zehn Prozent aller Erwachsenen in der Schweiz halten Homosexualität für unmoralisch. Angst vor Prügel, verbale Attacken sowie Hassschreiben gehören für Schwule und Lesben in der Schweiz noch immer zum Alltag.

Wenn noch immer „soooo schwul“ als Fluchwort benutzt wird.

Wenn noch immer schwule, lesbische und bisexuelle Menschen ständig darauf bedacht sein müssen, wie sie sich in der Öffentlichkeit verhalten. Fein säuberlich abwägen, wann sie händehaltend durch die Gassen gehen und wann gescheiter nicht. Dies nicht ihretwegen, sondern unseretwegen. Dies um die Leute nicht vor den Kopf zu stossen und vor allem weder Hass noch Gewalt zu provozieren.

Wenn noch immer lesbischen Frauen nachgerufen wird, sie hätten einfach noch nie einen rechten Penis zwischen ihren Beinen gehabt.

Wenn Kinder in einer Spielgruppe nicht aufgenommen werden, weil sie zwei Mütter oder zwei Väter haben. Dann ist dies eine Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung.

Wenn ein homosexuelles Paar auf dem Heimweg von einer Silvesterparty zusammengeschlagen wird, nur weil die beiden sich lieben.

Dann läuft etwas gewaltig „lätz“ im Jahr 2020.

„Es ist ein Menschenrecht zu lieben,
wen man will und diese Liebe zu leben.“

Liebe ist Liebe.

Und es gibt meiner Meinung nach keine, die mehr oder weniger wert ist als die andere. Es ist ein Menschenrecht zu lieben, wen man will und diese Liebe zu leben, auch in der Öffentlichkeit.
Frei von Vorurteilen, frei von Angst vor blöden Sprüchen, frei von Gewalt. Einfach frei.

Deswegen lege ich ein regenbogenfarbenes JA in die Urne.


Regenbogen