Für alle statt für wenige.


Welche Frau wird befreit, indem man(n) ihr etwas untersagt?

Von SPe, 6.Februar.2021

STANDPUNKT von Nadja Stadelmann Limacher

„Mama, was steht da auf diesem Bild mit der Frau?“ fragt mich meine Tochter. Wir sind auf einem Sonntagsspaziergang. Inmitten wunderschöner Natur, schneebedeckter Felder prangt es auf einem zünftigen Holzpflock – das rote Plakat mit der Frau in einem Nikab.

Ich wundere mich, warum wir überhaupt am 7. März über die sogenannte Burka-Initiative abstimmen müssen. Schliesslich habe ich in der Schweiz noch nie Frauen mit Nikabs oder gar Burkas gesehen. Auf Reisen zum Beispiel quer durch Malaysia schon, aber da war ich ja die Fremde.

Wenn es einer Gruppierung plötzlich um den Schutz der Frau geht, die es bisher in diesem Bereich nicht sooo genau nahm, macht mich dies mehr als stutzig. Frauenstimmrecht, Gleichstellung von Frau und Mann, Opferhilfegesetz insbesondere betreffend sexuelle Gewalt – SVP und das Egerkinger Komitee fanden dies bisher nicht von Wichtigkeit.

Ums Wohl der Frauen geht es den Initianten sicher nicht. Vielmehr verpacken sie eine gefährliche Sache unter dem Deckmantel der „Gleichberechtigung“. Auch darf man sich gerne über die Verhältnismässigkeit Gedanken machen. Wir stimmen ab über eine Zahl von 20 – 30 Menschen in der Schweiz, bei notabene 8.5 Millionen Einwohner*innen. So werden Unsummen von Geld für eine Abstimmung ausgegeben, die wir für Wichtigeres einsetzen könnten. Für Corona-Unterstützung zum Beispiel oder echte Gleichberechtigung.

Aus diesen Gründen werde ich am 7. März ein überzeugtes „NEIN“ einlegen.