Ja zur Individualbesteuerung

Die Individualbesteuerung ist fair, modern und wirtschaftlich sinnvoll.
StandPunkt von Matthias Zemp

Das Schweizer Steuersystem steckt im letzten Jahrhundert fest. Die Einführung der Individualbesteuerung ist überfällig. Nach 40 Jahren Diskussion liegt endlich eine Reform vor, die Fairness und Transparenz schafft, Gleichstellung voranbringt und der Volkswirtschaft nützt.

Künftig werden alle Menschen unabhängig vom Zivilstand besteuert. Richtig so. Das heutige Steuersystem setzt für verheiratete Paare Anreize, dass insbesondere die Person mit dem geringeren Einkommen – meist Frauen – nicht weiter oder nur in reduziertem Umfang erwerbstätig ist.

Fallen diese benachteiligenden Anreize weg, werden mehr Frauen erwerbstätig sein. Das bedeutet für sie weniger finanzielle Abhängigkeiten und eine bessere Rente im Alter. Für die Ehepartner*innen mehr Wahlfreiheit, Care- und Erwerbsarbeit fair untereinander aufzuteilen. Für die Wirtschaft mehr gut ausgebildete Fachkräfte, die im Arbeitsmarkt bleiben. Mehr Erwerbstätige bedeuten auch höhere Steuereinnahmen und mehr Beiträge an die Sozialwerke.

Das Bürokratie-Argument der Gegnerschaft überzeugt nicht. Ja, es wird einmalig eine Umstellung geben. Jedoch wird der heutige Mehraufwand bei den Zivilstandsänderungen (Heirat, Scheidung, erneute Heirat) dank der Individualbesteuerung ein für alle Mal wegfallen.

Kurz: Die Individualbesteuerung ist fair, modern und sinnvoll. Wer Gleichstellung ernst meint und den Fachkräftemangel bekämpfen will, stimmt am 8. März Ja.