Raus zum feministischen Streik – gerade im 2025

STANDPUNKT von Nadja Stadelmann
Vize-Präsidentin SP Kanton Luzern

Der Backlash ist in der Schweiz angekommen und greift Fortschritte in der Gleichstellung frontal an. Nichts ist sicher und für immer. Dies wird mir gerade in der aktuellen Zeit wieder bewusst. Der Backlash ist ein Versuch, alte Machtverhältnisse zu festigen. Wir wissen, dass niemand frei ist, solange nicht alle frei sind – darum werden wir nicht leiser und gehen auch dieses Jahr auf die Strasse.

Mehr Elternzeit für Väter? Nur wenn Mütter früher wieder arbeiten gehen – so der Entscheid der Kommission für soziale Sicherheit des Nationalrats (SGK) vom Mai 2025. Das ist ein krasser Angriff auf den Mutterschutz. Wir sprechen allen Ernstes darüber, den aktuellen Mutterschaftsurlaub abzuschaffen für eine Elternzeit von läppischen 16 Wochen. Der Kommissionsentscheid ist frauenfeindlich und familienfeindlich. Auch ist der Vorschlag der Kommission Ausdruck eines politischen Klimas, in dem feministische Errungenschaften zunehmend unter Druck geraten. Nicht nur rechte Parteien, auch sozialliberale Kräfte reduzieren Gleichstellung auf wirtschaftliche Verwertbarkeit. Möglichst rasch nach einer Schwangerschaft und Geburt „wieder zu funktionieren“ und die gewohnte Leistungsfähigkeit an den Tag zu bringen.

Jetzt ist es wichtig, laut zu werden – auch dieses Jahr werde ich am 14. Juni auf die Strasse gehen und kämpfen für mich, für meine Töchter, für unsere Vorreiterinnen, für alle FINTA-Personen. Alleine ist es schwierig, den Gegenwind auszuhalten. Aber als Gruppe kann man schampar viel ertragen. Also verbünden wir uns und dies tut gut! Für jetzt und alles Kommende.

Warum auf die Strasse gehen und nicht einfach im Stillen kämpfen, so werde ich jedes Jahr gefragt. Es geht darum, Sichtbarkeit zu schaffen und politischen Druck aufzubauen. Der feministische Streik hat bereits sehr viel bewegt, Netzwerke geschaffen und auch die Gleichstellung wieder verstärkt in die Politik gebracht. Dies passiert weder im stillen Kämmerchen noch wenn Frauen* nett fragen, ob privilegierte Menschen etwas von der Macht abgeben möchten, bissoguet!

We still care! Wir fordern mehr Frauen, migrantische und queere Personen in politischen Ämtern und Führungspositionen. Wer Care-Arbeit leistet, sollte auch in den Entscheidungsräumen vertreten sein. Eine Anerkennung und Kompensation der unbezahlten Care-Arbeit soll erlangt werden. Wir fordern eine diverse, feministische und inklusive Politik. Eine Politik für alle. Auch für jene, die unsichtbare Care-Arbeit leisten.


Programm und Forderungen: